Neue Norm für Betriebsanleitungen (prEN ISO 20607)

Mit der Veröffentlichung der prEN ISO 20607: Sicherheit von Maschinen – Betriebsanleitung – Allgemeine Gestaltungsgrundsätze wird nun endlich konkret für das Thema „Betriebsanleitung im Maschinenbau“ eine Norm geschaffen, so dass der Wildwuchs, der hier nach wie vor besteht, eingedämmt werden dürfte.

Dem Entwurf nach zu urteilen, wird diese Norm wohl unter der Maschinenrichtlinie harmonisiert werden, so dass in nicht mehr allzu ferner Zukunft auch die Betriebsanleitung ihren Teil zur CE-Konformität einer Maschine beitragen wird. Damit wird die Betriebsanleitung in ihrer eigentlichen Bestimmung als Teil des Sicherheitskonzepts gewürdigt.

Bislang gab es hier nur die EN 82079-1, die aber in ihrer gesamten Anlage so weit gefasst ist, dass sie an vielen Stellen, wo Konkretion wünschenswert und wichtig wäre, enttäuschen muss.
Die Idee hinter dieser Norm war, dass sie für alle „Gebrauchsanweisungen“, vom Küchenmixer, über Kinderspielzeug und HiFi-Anlagen bis hin zur komplexen Sondermaschinen gelten sollte.

Beginnen Sie schon jetzt, Ihre Betriebsanleitung (oder Montageanleitung) für die neue Norm fit zu machen.
Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Betriebsanleitungen normkonform sind, können Sie beim Ingenieurbüro AS-Texte eine Analyse in Auftrag geben.
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TTIP kontrovers – auch in der Normung!

“TTIP” ist ja inzwischen zum Reizwort geworden. Aber nicht nur Verbraucher sehen die Verkandlungen, deren Ergebnisse uns allen ja auch irgendwie vorenthalten werden, mit Sorge. Auch die Frage, ob Rechtsvorschriften, Normen und Konformitätsbewertungsverfahren harmonisiert oder einfach gegenseitig anerkannt werden sollen, führt zu Meinungsverschiedenheiten.

Nun haben sich die “Väter” der europäischen Richtlinien und Normung mit ihrem “New Approach” einige Gedanken gemacht. Ziel war und ist ein europäisches Normenwerk, das eindeutig und widerspruchsfrei ist. Für jeden genormten Gegenstand soll es auch nur eine Norm geben – und zwar in ganz Europa.

Nun soll im Rahmen des TTIP dieser Ansatz vollständig aufgeweicht werden, wenn plötzlich nicht mehr über eine Harmonisierung der Regelwerke der EU und der USA verhandelt wird, sondern ein gegenseitige Anerkennung auch genügen soll. Das bedeutet im Klartext, dass dann plötzlich wieder mehrere Vorschriften gelten würden, die teilweise völlig unterschiedliche Schutzniveaus aufweisen; nicht etwa weil die USA so nachlässig sind, sondern weil die Definitionen völlig unterschiedlich sind.

Ein Beispiel: Atemschutzmasken werden in der EU vor dem Inverkehrbringen von einer benannten Stelle u.a. auf Dichtheit geprüft. In den USA wird der Nutzer verpflichtet, diese Dichtheitsprüfung vor dem Einsatz vorzunehmen. Kämen nun amerikanische Atemschutzmasken auf den europäischen Markt ohne Kennzeichnung, würde dies dazu führen, dass die Dichtheitsprüfung u.U. gar nicht vorgenommen wird, was zu schweren (und tödlichen) Unfällen führen kann.

Eine gegenseitige Anerkennung anstelle einer Harmonisierung würde also bedeuten, dass an vielen Stellen zusätzliche und komplexe Prüfungen definiert und Vereinbarungen getroffen werden müssten, die Zeit und Geld kosten. Unser europäischer Ansatz würde damit vollständig aufgeweicht!

Quelle: KANBrief 1|15

Fachbeitrag Risikobeurteilung im Maschinenbau

Zwar schon etwas älter, trotzdem nicht uninteressant: Von der BAuA gibt es einen Bericht über die verschiedenen Methoden der Risikobeurteilung, deren Vor- und Nachteile und wie man sie in den Konstruktionsprozess einbindet.

Noch immer ist es ja – leider – so, dass die Risikobeurteilung erst ganz am Ende gemacht wird, wenn alles fertig ist. Dabei könnten viele Gefährdungsstellen konstruktiv vermieden werden, wenn man die Thematik eher beleuchten würde.

Der Fachbeitrag kann hier heruntergeladen werden.